Hast du das auch? Du willst Nein sagen. Du weißt, dass du Nein sagen musst. Und dann kommt aus deinem Mund: “Eigentlich würde ich ja gerne, aber…”
Und dann folgt eine Erklärung. Und noch eine. Und am Ende ist das Nein so eingewickelt, dass es fast wieder ein Ja sein könnte.
Warum wir Neins so lang machen
Wir haben gelernt, dass Neins gerechtfertigt sein müssen. Dass wir der anderen Person das Nein erklären müssen, damit sie nicht enttäuscht ist. Dass wir das Verhältnis schützen müssen, indem wir das Nein klein machen.
Das Problem: ein langes Nein ist ein verhandelbares Nein. Wenn ich erkläre, warum ich nicht kann, kann die andere Person mir auch erklären, warum das egal ist. “Ach komm, das ist doch nicht so schlimm.” Und dann sage ich doch Ja.
Wie ein gutes Nein klingt
“Nein, das geht bei mir gerade nicht.”
Das ist es. Das reicht.
Du musst keinen Grund nennen. Du musst nicht erklären, warum es bei dir gerade nicht geht. Du musst der anderen Person nicht das Gefühl geben, dass du ihre Anfrage berechtigt findest, aber leider nicht erfüllen kannst.
Du darfst einfach sagen: nein, geht nicht.
Was danach kommt
Das schwierigste an einem kurzen Nein ist nicht das Sagen. Es ist das Aushalten danach. Die kurze Stille. Die mögliche Enttäuschung der anderen Person.
Aber – und das ist die Erfahrung vieler Frauen, mit denen ich arbeite: diese Enttäuschung ist meistens viel kleiner, als wir denken. Und sie ist nicht unsere Verantwortung.
Du darfst Nein sagen, ohne lange zu erklären. Das ist nicht hart. Das ist klar.